Suppenmanufaktur Langhans

Um ehrlich zu sein, als ich das erste Mal von der Langhans Suppenmanufaktur gelesen habe, war ich nicht begeistert sondern eher erschrocken. Dosensuppe, da denke ich zu allererst an eine glibberige, konsistenzlose Masse aus einer Konservendose, die nach schlimmen Dingen schmeckt und auch beinhaltet. Chemie pur. Das ist meine Meinung von Convenience-Produkten in all ihren Arten. Daher kaufe ich diese Produkte schon gar nicht.

Aber neugierig war ich dann doch, warum ausgerechnet mir Suppe in Dosen aus Hamburg ans Herz gelegt wird. Ein klick auf die Homepage von Langhans Suppenmanufaktur lässt mich aufhorchen. Da wird doch tatsächlich auf Geschmacksverstärker, Zucker, Konservierungs- und Farbstoffe oder andere industrielle Zusätze  verzichtet! Das geht ja gut los. Heiko Langhans macht dann das ganze für mich perfekt: er verwendet  regionales Gemüse und Fleisch von Produzenten seines Vertrauens, ausschließlich Meersalz, frische Kräuter und Agavendicksaft. Oh – denke ich. Aber warum um Himmels Willen in Dosen? Das habe ich mich und dann Heiko Langhans gefragt, hier kommt mein kleines Interview:

 

Heiko, wie bist du zum kochen gekommen?

Ich bin gebürtiger Franke – da ist es nicht schwer, sich für’s Kochen zu begeistern. Als kleiner Junge saß ich immer mit dem Onkel am Main beim Angeln, jeden Sonntag brachten die Tanten ihre selbst gebackenen Kuchen mit zum Kaffeetrinken bei Oma, und meine Mutter verwendet seit je her das Gemüse aus dem eigenen Garten zum Kochen. Mit 16 Jahren habe ich dann meinen Heimatort verlassen, um nach der Ausbildung zuerst in verschiedenen Gourmetrestaurants in Deutschland und Österreich zu arbeiten (z.B. Orangerie in Timmendorf, Remise in Köln, Storchennest in Baiersdorf), nach dem Studium an der Hotelfachschule dann auf Kreuzfahrtschiffen (MS Bremen und MS Europa) fremde Kontinente zu erkunden und letztlich noch über mehrere Jahre in Asien und Australien mein Wissen zu erweitern.

Du verwendest regionale Produkte und verzichtest auf Zusatzstoffe, wie wichtig sind dir die Grundprodukte?

Die Regionalität meiner Zutaten und die ehrliche Handarbeit sind die Basis meiner Arbeit und meiner Produkte. Schließlich stehe ich als Koch und Person mit meinem Namen für mein Produkt, und genau das macht den Unterschied zu industriellen Dosensuppen.

Wie kann ich mir einen Arbeitstag von dir vorstellen?

Ich habe keinen Alltag im klassischen Sinne. Mir ist es wichtig, jeden Arbeitsschritt selbst auszuführen. Nur so kann ich die Qualität meiner Suppen gewährleisten. Das heißt, dass mein Alltag sehr vielseitig ist. Ich übernehme die Produktion, die Verpackung, den Verkauf – eigentlich alles. Heißt also, ich gehe morgens Gemüse und Fleisch frisch einkaufen. Es ist toll, in Hamburg zu arbeiten. Auf der Suche nach der besten Qualität finde ich hier wirklich sehr gute Anbieter. Danach fahre ich dann in meine Küche und koche dort meine Suppen, und zwar so, wie man es zu Hause auch tun würde – nämlich mit ganz viel Zeit und Geduld. Ich setze jeden Fond selbst auf und lasse ihn über Nacht langsam köcheln, bis er einen sehr intensiven Geschmack hat. Das gehört einfach zu einer guten Suppe dazu. Deshalb pariere ich auch mein Fleisch selbst und schneide das Gemüse von Hand. Vorgeschnittene Ware entspricht oft nicht der Größe, die ich benötige oder die Qualität leidet.

Wie kommst du darauf Dosensuppen herzustellen und wer sind deine Kunden?

Vor einigen Jahren habe ich als Küchenchef in einem Restaurant in Münster gearbeitet, zu dem u.a. auch ein Delikatessengeschäft gehörte. Dort bin ich in Kontakt mit sogenannten Delikatess-Dosensuppen gekommen und musste feststellen, dass es keine Fertigsuppen gab, die man mit gutem Gewissen genießen kann – d.h. die geschmacklich toll sind und ohne chemische Zusatzstoffe. Da dachte ich mir: „Das kannst du besser“ und habe mich über langes Probieren an mein jetziges Sortiment herangearbeitet.

Verrätst du uns dein Lieblingsessen?

Fränkischer Sauerbraten mit Blaukraut und Klößen.

 

Herzlichen Dank, Heiko für deine Zeit!

 

Natürlich habe ich auch noch einige Suppen getestet:

Ochs am End - Klare Ochsenschwanzsuppe mit Sherry

Ochs am End – Klare Ochsenschwanzsuppe mit Sherry

Zutaten: Trinkwasser, Ochsenschwanz, Rinderknochen, Karotten, Sellerie, Zwiebeln, Lauch, Rotwein, Sherry, Knoblauch, Meersalz, Agavendicksaft, Olivenöl, Gewürze

Sie duftet schon angenehm als ich die Dose öffne. Die kräftige goldgelbe Ochsenschwanzsuppe ist dezent mit Sherry verfeinert und schmeckt mir köstlich. Die Fleischstücke sind in einer angenehmen Größe geschnitten und zergehen butterzart auf meiner Zunge. So muss das.

Bollywood Veggie - Indisches Süppchen Möhre&Ingwer

Bollywood Veggie – Indisches Süppchen Möhre & Ingwer

Zutaten: Karotten, Gemüsebrühe, Kokosmilch, Sellerie, Kartoffeln, Zwiebeln, Orangensaft, Knoblauch, Ingwer, Agavendicksaft, Meersalz, Gewürze

Ein fruchtiger Duft strömt mir entgegen und beim ersten Löffel Suppe schmecke ich die süßlichen Möhren, darauf folgend die leichte schärfe des Ingwers, genau richtig wie ich finde. Im handumdrehen ist mein Teller leer. Schade.

Dicke Kumpels Kartoffelcreme mit Steinpilzen

Dicke Kumpels Kartoffelcreme mit Steinpilzen

Zutaten: Gemüsebrühe, Kartoffeln, Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln, Sahne, Bauchspeck, Steinpilze, Meersalz, Rapsöl, Gewürze, Kräuter

Riecht wie Kartoffelsuppe, sieht aus wie Kartoffelsuppe, schmeckt auch so und zwar wie selbstgemachte. Ich kann einen Hauch Steinpilze schmecken, das Aroma verleiht der cremigen Suppe eine schöne Tiefe. Cremig zergeht sie in meinem Mund. Würzig ist sie, aber ich kann noch jede der Komponenten erschmecken. Sehr elegant!

 

Mein Fazit: Hier kocht jemand mit Ahnung und viel Liebe zum Grundprodukt. Wenn ich diese Suppen vorgesetzt bekommen hätte, ohne zu wissen, dass sie aus der Dose kommen, ich wäre niemals darauf gekommen. Diese Produkte sind eine tolle Lösung, wenn es wirklich mal schnell gehen muss. Wer mehr über Heiko Langhans und seine Suppenmanufaktur erfahren möchte gibt es beim Hamburger Abendblatt ein tolles Interview zu lesen.

 

Werbehinweis: Die Dosensuppen wurde mir im Rahmen einer Kooperation mit der Suppenmanufaktur Langhans zur Verfügung gestellt. Dieser Blogbeitrag ist von Suppenmanufaktur Langhans gesponsert.